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Eigene Lebensmittel: Hühner vermehren, Küken aufziehen (Teil 3)

Gerade in Notzeiten werden die eigenen Hühner mit ihren Eiern und Bruderhähnen zum wertvollen Handelsgut und bereichern den Tisch. Für längere Durststrecken müssen die eigenen Bestände jedoch wieder aufgefrischt werden, da Legehennen nicht ewig lange Eier legen.

 Es braucht auf vier Hennen nur einen Gockel, dann vermehren sich die Hühner von ganz alleine? So einfach ist es nicht, da Küken zuerst sehr empfindlich sind. Es gibt auch Rassen, deren Jungvögel noch nach Monaten sorgsam behandelt werden müssen. Deswegen sollen Hühnerrassen mit robusten Küken gewählt werden. Die besten Legerassen werden im Normalfall nur selten brütig. Da die brütende Glucke nach dem Schlüpfen der Küken ohnehin abgesondert werden muss, kann es neben der eigentlichen Hühnerherde einen separierten Bereich mit einer Zweitrasse geben, wenn es die räumlichen Gegebenheiten zulassen. Ansonsten muss man sich mit mehreren Hühnerhaltern organisieren oder mit vorhandener Notstromversorgung zur Brutmaschine und Wärmeplatte für die Küken greifen. Doch besser ist es, wenn eine Glucke die Küken aufzieht, da sie diesen vieles beibringt.

 

Zur Brut

Nur aus befruchteten Eiern können Küken schlüpfen. Deswegen soll es auf vier Hennen einen Hahn geben. Wenn es genug Platz und Hennen gibt, dann verstehen sich die Hähne vieler Rassen. Wachsen die Hähne bereits gemeinsam auf, dann steigen die Chancen, dass sie miteinander gut auskommen.

 Die Hennen legen ihre Eier, die ihnen ständig geraubt werden. Wenn man nicht immer alle Eier direkt entnimmt oder ein paar Kunsteier in das Nest legt, dann beginnt vielleicht doch eine der Hennen mit dem brüten. Nun können ihr weitere Eier untergeschoben werden. Das muss jedoch schnell und in einem Zug gehen, da die Brutdauer genau 21 Tage beträgt. In dieser Zeit hält die Henne die Temperatur sehr exakt bei 38° Celsius und dreht die Eier mehrfach täglich. Dieses Drehen ist zwingend erforderlich, damit die heranwachsenden Küken sich gut entwickeln. Während der Brutzeit soll die Henne gut versorgt und in Ruhe gelassen werden.

 Wer als Halter zuerst Eier entnimmt und später als Bruteier für die Henne oder die Kunstbrut verwenden möchte, der soll diese mit einem Bleistift markieren und diese an einem kühlen, aber nicht kalten Ort wie einem Kellerraum lagern. Die relative Luftfeuchtigkeit darf nicht zu trocken werden, damit die Eier nicht austrocknen. Innerhalb von rund 10 Tagen sollen die Eier zur Henne, in den Brutkasten oder können doch gegessen werden. Die Eier sollen nicht nur gelagert, sondern viermal am Tag um eine Vierteldrehung zur Längsachse gewendet werden.

 

Nach dem Schlupf

 Wenn die Küken schlüpfen, dann kommt es bei der Kükenaufzucht auf den Halter an. Die Küken müssen mit oder ohne Henne umgehend in einen kleinen separierten Aufzuchtbereich; zwei m² reichen, ohne Henne ein m² mit hängender Wärmeplatte oder warmer Ecke pro 10 Küken. Wer in der Krise den Strom nicht hat, der soll auf gute Glucken setzen. Vor dem Schlüpfen schon das Nest mit brütender Henne in diesen Schutzbereich zu setzen kann mit Pech dazu führen, dass die Glucke die Eier aufgibt. Brütige Hennen brauchen wirklich ihre Ruhe, weswegen hier auf das Schieren der Eier verzichtet wird.

 Der Aufzuchtbereich muss trocken, windgeschützt und einigermaßen angenehm temperiert sein. Das Einstreu darf nicht zu grob oder staubig sein. Die Küken sollen nicht in die Wassertränke fallen, aber gut trinken können. Das Futter muss sehr feinkörnig sein. Im Handel gibt es für die ersten Tage Kükenstarter und dann Kükenfutter. Wer in der Krise nicht mehr im Handel kaufen kann, der kann immer noch hartgekochte Eier klein schneiden und ein paar Körner schroten. Doch die Küken brauchen erst nach ein bis zwei Tagen Wasser und Futter, da sie nach dem Schlüpfen noch eine kleine Reserve haben. Es kann sogar besser sein, wenigstens einen Tag weder Wasser noch Futter zu geben.

 Hühner sind Allesfresser und sollen abwechslungsreich fressen. Deswegen dürfen die Küken schon nach kurzer Zeit frisches Grünfutter oder zerkleinerte Gemüsereste erhalten, wodurch sie vitaler werden.

 Einige Küken können nach zwei Wochen schon mit der Glucke frei laufen, andere besser erst nach ein paar Monaten. Dann sollen die wachsenden Küken aber mit der Henne bereits einen kleinen Auslauf erhalten. Der Halter kann einfach darauf schauen, wie die Küken befiedern, der Kükenflaum zählt hier nicht als schützendes Gefieder. Je schneller die Tiere wenigstens einige Federn haben, umso eher werden sie mit dem Wetter fertig und können raus. Der Halter kann die Hühner auch zur Sicherheit bei Schlechtwetter im Schutzbereich halten, in dem übrigens immer auf die Hygiene zu achten ist.

 

Eine Brutmaschine verwenden

 Es gibt verschiedene Brutmaschinen, die teils vollautomatisiert die Eier ausbrüten. Wer jedoch in der Krise nicht viel Strom hat, der sollte ein kleines Modell mit geringem Verbrauch wählen und muss die Eier möglicherweise manuell drehen. Wer keine sichere Notstromversorgung hat, der kann es direkt lassen, da die Temperatur für die Kunstbrut sehr exakt einzuhalten ist. Selbst kurze Ausfälle oder geringe Abweichungen machen einem die Kunstbrut direkt zunichte.

 In der Brutmaschine müssen die Eier viermal am Tag bis zum 18ten Tag leicht gedreht werden. Zudem muss die Luftfeuchtigkeit bei ca. 40 bis 60% relativer Luftfeuchtigkeit liegen, am letzten Tag sollen es 70% sein, damit das Schlüpfen einfacher wird. Außerdem muss von Anfang an darauf geachtet werden, dass ohne ein stellenweises Auskühlen genug Frischluft in die Brutmaschine gelangt, damit die Küken atmen können. Wenn über 70% letztendlich schlüpfen, dann ist das ein optimales Ergebnis. Damit die faulen Eier nicht das Ergebnis beeinträchtigten, wird jedes Ei am 7. und 14. Tag mit einer Schierlampe durchleuchtet. Eier, die sich nicht sichtbar entwickeln, werden aussortiert.

 Teils wird empfohlen, die Eier einmal am Tag für 10 bis 15 Minuten aus der Brutmaschine zu nehmen, da die Henne in der Natur immerhin eine Runde dreht. Das machen jedoch die wenigsten Hühnerzüchter, da der Zeitaufwand zu groß ist. Wichtiger ist es, ab dem 18ten Tag die Bruttemperatur um 0,2° Celsius zu senken.

 Es stellt sich einfach die Frage, ob man in einer Krise wirklich 21 Tage ununterbrochen diese Bedingungen einhalten kann, damit Küken schlüpfen. Wer sich für die Brutmaschine entscheidet, der soll den Umgang mit dieser bereits ausprobieren, um eigene Erfahrungswerte zu sammeln. Die verschiedenen Modelle haben häufig auch ihre Eigenarten oder sind für die Kunstbrut mehr oder weniger unbrauchbar.

 

Zur Aufzucht der Küken

 In den ersten Tagen kommt es auf hochwertiges, ausgewogenes und sehr feinkörniges oder mehliges Futter an. Die Küken werden jeden Tag robuster, wachsen allerdings. Das bedeutet, dass die benötigte Futtermenge immer größer wird. Gerade Hühner, die wachsen, in der Mauser sind oder viele Eier legen, haben einen Mehrbedarf, der sich nicht allein mit dem Freilauf decken lässt. Wer 50 Küken ausbrütet, der soll vorher schon darüber nachdenken, woher er das benötigte Futter nimmt oder ob ihm jemand die Küken abnimmt.

Die ganze Serie:

Notzeiten überbrücken – Hühnerhaltung in der Krise

Autark werden: die Wahl der richtigen Hühnerrasse

Eigene Lebensmittel: Hühner vermehren, Küken aufziehen

 

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